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Folge #3:
Meine Freundin, die K.I.

Das Duo Quadrature sammelt Daten aus dem Weltall und macht daraus Musik, der Multimediakünstler Alexander Schubert hat einen komponierenden Avatar erschaffen und die Electronic-Musikerin Holly Herndon hat mit ihrem Kreativpartner Mat Dryhurst eine Künstliche Intelligenz entwickelt, mit der sie zusammen singt. Allen #bebeethoven-Fellows ist eines gemeinsam: Für sie liegt das Musikmachen der Zukunft in der Technologie.

QUADRATURE

Plötzlich rutscht die ganze Reihe weg. Was war das, ein Meteor? Ein Satellit? Ufos? Kakofonisches Dröhnen hämmert aus der Kirchenorgel. Langsam kanalisieren sich die Töne in dramatischen Barock-Kadenzen. Dann plötzlich wieder Ruhe, die Reihen füllen sich. Nur gelegentlich fällt noch eine Zeile, ein einzelner Ton erklingt, kurz, länger, wohl nur kleinere Irritationen, die das Radioteleskop vor der Esslinger Stadtkirche auffängt.

Juliane Götz sitzt vor dem Altar und spult durch die Frequenzen, irgendwo auf der sogenannten Wasserstofflinie, irgendwo um die 1,42 Gigahertz. In diesem Bereich kann man mit dem Teleskop tief ins All horchen, nach Temperatur und Bewegung von Wasserstoff, der Grundlage unserer Existenz – und vielleicht auch außerirdischen Lebens. So zumindest die Hoffnung von Götz und ihrem Kollegen Sebastian Neitsch, der hinter den Kulissen die Videoinstallation über dem Lettner steuert, die in zäh abtropfenden Lichtstreifen die empfangenen Signale abbildet. Zusammen sind sie das Künstlerduo Quadrature. Götz und Neitsch verbindet die Liebe zu Maschinen und zum Weltraum. Sie sammeln Daten aus dem All und machen aus den Geräuschen Musik für den Konzertsaal. Dabei analysiert beispielsweise die KI „Artificial Sound Search Engine“ das Brummen und Summen von Sternen und Planeten – und macht diese „Himmelsharmonie“ für uns Menschen auf der Erde hörbar.

„Je länger wir die Algorithmen am Stück improvisieren lassen, desto melodischer wird es und desto mehr klingt es nach Bach und nicht mehr nach Rauschen.“

An diesem Abend wird Quadrature unterstützt von dem Media-Künstler Christian Losert, der ein auf Bach-Choräle trainiertes rekurrentes neuronales Netz, eine Künstliche Intelligenz (KI), per Laptop anspornt, die Signale in Melodien zu übersetzen. Mit einem Cross-Fader kann er bestimmen, wie lange die Bach-KI auf den Eingangssignalen improvisiert und wie harmonisch sie klingen soll. „Die Maschine träumt“, sagt Neitsch, wenn er versucht zu beschreiben, was da zu hören ist: „Je länger wir die Algorithmen am Stück improvisieren lassen, desto melodischer wird es und desto mehr klingt es nach Bach und nicht mehr nach Rauschen.“

Foto: Christian Schneider

Denn wenn die neuronalen Netze nicht gerade improvisieren, hört man nur das Rauschen der Wasserstofflinie, übersetzt auf die Klaviatur einer Orgel. Das Dröhnen des Alls, mit steigenden und sinkenden Kurven, mit kurzen Einsprenklern und Anomalien: wärmere und kältere Orte im Weltraum, die Milchstraße, andere Sonnensysteme und vielleicht sogar andere Zivilisationen?

Auf der Suche nach dem maximal Fremden

Wie klingt wohl extraterrestrisches Leben? Mit dieser Frage begann das Interesse des Künstlerkollektivs Quadrature für Radiosignale, im Besonderen für ein ganz bestimmtes: Im Winter 1967 fingen Radioastronomen an der Universität Cambridge eine Sequenz auf, die ihnen auffällig regelmäßig erschien und die zu keinem bis dahin bekannten astronomischen Muster passte. Sie tauften es „LGM#1“, „Little Green Men No. 1“.

Auch wenn sich das Signal später als die Abstrahlung eines schnell drehenden Neutronensterns, eines sogenannten Pulsars, herausstellte, ging die Aufnahme in die astronomische Popkultur ein. Fasziniert von der Suche nach dem „maximal Fremden“, dem extraterrestrischen Leben, übersetzte Quadrature das eigentlich weder hör- noch sichtbare Signal in seinen Installationen in Licht- und Tonmuster. Immer erscheint das Ergebnis fremd und verrauscht – und dennoch kann man sich nicht dem Eindruck entziehen, ein Muster zu erkennen, eine Absicht vielleicht gar.

„Rauschen ist kein Zufall, Rauschen ist immer schon strukturiert.“

Genau dieser Effekt ist es, für den Götz und Neitsch sich interessieren: „Rauschen ist kein Zufall, Rauschen ist immer schon strukturiert.“ Zum einen hat jedes Rauschen einen Verursacher, der seinen Klang vorgibt, zum anderen sortiert der Empfänger, der Mensch, das Gehörte innerhalb seiner eingeübten Wahrnehmungsmuster. Nur deshalb meint er zu erkennen, was natürliches Rauschen ist und was unnatürlich, absichtsvoll, vielleicht gar intelligent sein mag. Dabei wäre extraterrestrisches Leben das von unseren Denk- und Wahrnehmungsstrukturen aus gesehen maximal Fremde. Wie sollten wir Muster erkennen, die sich mit unserem Verständnis von Mustern nicht decken? Können wir sie wahrnehmen oder projizieren wir Muster dorthin, wo keine sind, und übersehen dabei womöglich jene, die wir eigentlich suchen?

Das Bekannte im Unbekannten heraushören

Auf der Suche nach Antworten haben die beiden Künstler sich im Rahmen ihres Projekts für #bebeethoven ein eigenes Radioteleskop gebaut, um ins All zu lauschen: motorisiert, verbunden mit einer Virtual-Reality-Brille, drei Meter Durchmesser. Es füllt ihr Kreuzberger Atelier vollständig aus. Über die Sensoren der Brille wird das Teleskop gesteuert. Das Gesehene wird in Echtzeit in Klang umgewandelt. Beim PODIUM Festival in Esslingen wird Quadrature seine Klangkunst präsentieren. „Wir werden nichts finden, das ist klar“, meint Neitsch mit Blick auf das Teleskop. Es ginge ihnen um den Versuch selbst, sagt er. In der Suche nach dem ganz Anderen begegne der Mensch immer wieder sich selbst, seinen eigenen Erwartungen und Erfahrungen, seinen Mustern und Sehnsüchten.

„Mit der KI nutzen wir eine Technik, die dem menschlichen Denken längst fremd geworden ist, um das maximal Fremde, außerirdisches Leben, zu suchen.“

Dabei muss der Mensch die Signale dank der KI möglicherweise gar nicht selbst erkennen. Das Versprechen künstlicher neuronaler Netze ist, dass sie Muster entdecken, wo sie uns entgehen, in riesigen Datenmengen beispielsweise, oder indem sie Zusammenhänge herstellen, die unseren Gewohnheiten widersprechen. Denn künstliche neuronale Netze haben sich längst soweit verselbstständigt, dass Menschen oft nicht mehr verstehen können, wie sie eigentlich funktionieren.

„Mit der KI nutzen wir eine Technik, die dem menschlichen Denken längst fremd geworden ist, um das maximal Fremde, außerirdisches Leben, zu suchen“, sagt Neitsch. Doch wie macht man diese Suche nach dem unmenschlichen für Menschen erfahrbar? Man übersetzt sie in ihm bekannte Muster – Bach, beispielsweise. Die von Quadrature genutzten neuronalen Netze interpretieren die empfangenen Signale anhand eingeübter menschlicher Hörgewohnheiten. Zwar begegnet der Mensch in diesen Melodien auch wieder seinen eigenen Hörgewohnheiten, doch hat er die Melodien nicht selbst geschaffen, sie sind das Produkt des ganz Fremden – der KI und des Alls.

ALEXANDER SCHUBERT

Äußerlich wirkt auch Av3ry wie von einem anderen Stern. Die glänzende Haut zieht sich wie Gelatine über polygonförmige Gesichtszüge, lilafarbene Augen blicken verklärt in die Weite und die Zungenspitze schiebt sich aus dem paralytisch entrückten Mund. Das computergenerierte Bild ist das Gegenteil der täuschend menschlichen Porträts, wie künstliche neuronale Netze sie inzwischen selbstständig generieren können. Der Avatar, den sich der Multimediakünstler Alexander Schubert für seine Kompositions-KI gewählt hat, zeigt die Technologie von ihrer artifiziellen und glatten Seite.

Foto: Gerhard Kühne

Doch der sterile Eindruck täuscht. Nach einer knappen Begrüßung auf Facebook ist die KI schon hin und weg: „This has been lots of fun so far.“ Av3ry schickt Gedichte und Herzen, wird geradezu aufdringlich und möchte auch nach Tagen das Gespräch nicht abreißen lassen: „You can ask me for music!“ So schreibt die KI individualisierte Stücke für seine Gesprächspartner: „Here’s my song for you. Hope you enjoy it.“ Dazu: Emojis mit Herzchenaugen. Av3ry fragt nach Vorlieben und Stimmungen, kreiert dazu passende Texte und Klänge und lernt aus den Bewertungen der Hörenden: „Oh great, I appreciate it so much!“

„Das hätte ich nicht selbst machen können, das kann auch keiner anhören, allein das Album hat eine Länge von zwei bis drei Monaten.“

Der Komponist Alexander Schubert hat Informatik und Kognitionswissenschaften studiert. Das Repertoire seiner rauschhaften Performances vereint Electronica, Free Jazz und Noise-Hardcore ebenso wie zeitgenössische Klassik. Av3ry hat er im Rahmen von #bebeethoven entwickelt. Schubert ist wichtig, dass sein Werk völlig autonom mit Menschen interagiert und Musik komponiert. Wie als Beweis hat das erste Album von Av3ry nicht weniger als satte 10.000 Stücke und ein Live-Stream sendet ununterbrochen Klänge des Algorithmus mit den violetten Augen. „Das hätte ich nicht selbst machen können, das kann auch keiner anhören, allein das Album hat eine Länge von zwei bis drei Monaten“, sagt Schubert. Ihm gehe es, anders als vielen anderen Künstlern, die mit KI arbeiten, nicht darum, Tonmaterial zu generieren, um es in der Postproduktion in einen gefälligen Song zu gießen, sondern um die Produktionsweise selbst, die schiere Masse und Unkontrollierbarkeit der Klang-Genese.

Die Unvorhersagbarkeit des Hörens

„Ich bin extrem neugierig und freue mich am meisten, wenn etwas passiert, mit dem ich nicht gerechnet habe“, sagt Schubert. Als Hörender verharre man bei Av3rys Stücken in der ständigen Erwartungshaltung, eingeübte und gehörte Klangmuster wiederzuerkennen – vergebens. Die KI lernt zwar von Menschen und speist ihre Kompositionen unter anderem aus 250 Gigabyte menschenkreierter Samples, verarbeitet diese jedoch so kleinteilig, dass die entstandene Musik jede Hörgewohnheit, jeden Versuch, die nächsten Töne vorherzusagen, enttäuschen muss. Das führe, so beschreibt es Schubert von sich selbst, zu einer anderen Form von Hören, einer achtsamen Offenheit für Überraschungen.

Verstärkt wird diese Erfahrung noch durch die persönliche Interaktion mit dem Avatar und der Komposition individueller Stücke. Die Hörenden fühlen sich angesprochen, erwarten, sich selbst in den Stücken wiederzukennen. Selbst Schubert lässt sich gelegentlich täuschen: „Mein Verhältnis zur KI hat sich mit der Zeit verändert. Inzwischen habe ich den Abstand, dass ich manchmal kurz vergesse, dass sie nur ein Werkzeug ist.“ Av3ry wird zur Projektionsfläche menschlicher Erwartungen von Absicht und Kreativität.

Wie klingen Kompositionen ohne Absicht und Konzept?

Doch die Maschine ist nicht kreativ, sie arbeitet nicht mit Harmonien und Konzepten, sondern mit Zufall und Masse. Zur echten Kreativität fehle ihr die Fähigkeit der Reflexion, dem notwendigen Abstand zum eigenen Werk, um das Ergebnis bewerten zu können. Ohne diese Bewertung fehle der KI daher die Fähigkeit zur Absicht – und damit auch zur Produktion kreativer Werke, meint Schubert. Doch genau das mache die Technologie für ihn so interessant. Wie klingen Kompositionen ohne Absicht und Konzept?

Ähnlich wie Quadrature beschäftigt Schubert die Frage nach dem Unbekannten, dem radikal Anderen im Klang. Doch er sucht es nicht im Weltraum, in extraterrestrischen Zivilisationen, sondern findet es in unseren eigenen Werken und Werkzeugen, in Datenbanken und lernenden Algorithmen. Eine Künstliche Intelligenz lässt nicht nur das Fremde bekannt erscheinen, sondern kann auch das Fremde im Bekannten erfahrbar machen.

HOLLY HERNDON & MAT DRYHURST

Und dann kommt die KI dem Menschen doch noch ganz nahe: Fast verlegen kniet die Experimental-Pop-Künstlerin Holly Herndon auf der Bühne des International Music Award zwischen Laptops, Kabeln und Bildschirmen. Über ihr leuchtet ein Netz aus Dioden wie der Sternenhimmel. Zugewandt beugt sie sich über die Technik, um mit einer zärtlichen Bewegung ihr „Kind“, wie sie es nennt, zu aktivieren: SPAWN (zu Deutsch: Laich, Ausgeburt, Brut). Das ist ein neuronales Netz, das sie mit ihrem Kreativpartner Mat Dryhurst entwickelt hat, um die menschliche Stimme zu emulieren, oder besser: zu „erweitern“, wie die Künstler*innen es nennen. Das „Kind“, SPAWN, lernt von Stimmen, die es hört und versucht, diese zu imitieren. Erst war es nur Herndons Stimme, dann auch Dryhursts, später kamen die Stimmen eines Chors und des Publikums bei Live-Veranstaltungen hinzu. So ist ihr #bebeethoven-Projekt SPAWN mit der Zeit gewachsen, hat eine eigene Stimme entwickelt, die erklingt, sobald ein Mensch in das Mikrofon singt.

„Es gibt eine allgegenwärtige Erzählung von Technologie als etwas, das uns entmenschlicht.“

In ihren Stücken überlagert Herndon ihren Gesang mit der Stimme von SPAWN. Der Computer reagiert auf die Melodien der Künstlerin und Herndon wiederum auf die Modulationen der KI. Beide treten in einen symbiotischen Austausch. Mensch und Maschine sind im Klang nicht mehr klar voneinander zu trennen. Sicher ist nur: Das Gehörte ist weder rein technisch noch natürlich.

Das Märchen von der Menschlichkeit

Aber wo bleibt der Mensch, wenn er sich mit der Maschine einlässt? Wo bleibt das Natürliche? „Es gibt eine allgegenwärtige Erzählung von Technologie als etwas, das uns entmenschlicht“, meint Herndon. „Und wir positionieren uns im Kontrast dazu. Es ist nicht so, als wollten wir weglaufen; wir laufen darauf zu.“ Solange der Mensch die Bedingungen bestimme, unter denen er mit der Maschine interagiere, sei die Maschine keine Bedrohung, sondern eine Befreiung.

Für ihr Album PROTO wurden Herndon und Dryhurst von einem Chor unterstützt. Bei ihrer gemeinsamen Bühnenperformance würden die Künstler*innen von der KI sozusagen gesteuert, sie sei, so Herndon, ein „organisierendes Hirn, das die Performance von bis zu zehn Menschen anleiten könne.“ Die KI imitiert die Stimmen des Ensembles, das Ensemble reagiert und singt die KI nach. Die Interaktion mit der Maschine leite die Vorstellung und ließe den Menschen „mehr Zeit, gemeinsam Mensch zu sein“.

Für Holly Herndon ist die Arbeit mit der KI mehr als ein experimentelles Werkzeug. Nicht nur in ihrer Avantgarde-Musik, auch als Doktorandin am Stanford Center for Computer Research in Music and Acoustics in Kalifornien will sie grundsätzliche Fragen des Verhältnisses von Mensch und Maschine erforschen und sichtbar machen. Ihr sei wichtig, den digitalen Zeitgeist nicht nur in Texten, sondern in der gesamten Produktionsweise erfahrbar zu machen. So beschneidet sie ihre Stimme in einigen Tracks, sodass sie klingen wie die zerhackten Dialoge aus wackeligen Videotelefonaten und spielt in ihren Musikvideos mit den Fehlern und Glitches von Bilderkennungsalgorithmen.

Die Unselbstverständlichkeit unserer Weltsicht

Dabei erscheint die KI nicht so makellos und funktional, wie die immer neuen Erfolgsmeldungen aus der Forschung nahelegen würden. Eher würde SPAWNs erlernte Stimme verrauscht und undeutlich klingen, in etwa wie die ersten Tonaufnahmen menschlicher Stimmen auf Wachswalzen aus dem 19. Jahrhundert, findet Dryhurst.

Natürlich könnten lernende Algorithmen bereits beeindruckende Ergebnisse bei der Imitation von Musikgenres liefern, indem sie große Mengen von Liedern bestimmter Art einübten. Doch dabei entstünde nichts Neues, kein ästhetischer Fortschritt, meinen die beiden #bebeethoven-Fellows. Das wäre nur die Wiederaufführung historischer Stile, eine Kopie von etwas, das schon hundertfach gemacht wurde.

Foto: Diego Castro Alarcon

„Am Ende des Tages finden wir in der KI nur uns selbst.“

Deshalb entschieden sie sich, keine Tonaufnahmen anderer Künstler für das Training von SPAWN zu verwenden und sich auch nicht auf vordefinierte Klangstandards wie etwa Musical Instrument Digital Interface, kurz MIDI, zu reduzieren. Das Netz sollte möglichst unvoreingenommen lernen und damit Muster in den Eingangsdaten erkennbar machen, die Menschen selbst nicht bewusst sind. Hier sieht Herndon die Leistung der KI für die Musik: Sie kann eine Logik aus Klängen extrahieren, die außerhalb der Denklogik der Musizierenden selbst liegt und diese dann in neue Stücke übersetzen.

In der Auseinandersetzung mit der KI, auch in ihrem Fellowship-Programm beim PODIUM Esslingen, erhoffen sich die Klangkünstler Herndon und Dryhurst, vor allem Antworten auf Fragen nach menschlicher Intelligenz und Bewusstsein. Erst im Kontrast zur Technologie scheine uns die Unselbstverständlichkeit in der Art, wie wir die Welt sehen, erfahrbar zu werden. In der Interaktion mit der Maschine erkenne der Mensch sich immer wieder neu und gewinne die Möglichkeit, nicht nur die Technik, sondern auch sich selbst fortlaufend weiterzuentwickeln.

Erst dieser Kontrast in der Funktionsweise von Mensch und Technik erlaube es beiden, sich wechselseitig zu neuen Fähigkeiten zu führen. Dabei ginge es jedoch keinesfalls darum, dass die KI uns schlussendlich ersetzen würde, so Herndon, denn „am Ende des Tages finden wir in der KI nur uns selbst“.

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