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Elina Albach: Wie eine Seglerin das Wasser und den Wind

Ein Beitrag von
12-04-2019

Man kann es sich kaum vorstellen, dass es eine Zeit in Elina Albachs Leben gegeben haben soll, in der sie ihr Instrument, das Cembalo, nicht mehr spielen wollte. Denn längst hat sie nicht mehr nur in der „Alte Musik“-Szene einen Namen, sondern spätestens nach der Veröffentlichung ihres ersten Albums „Traumwerk“ auch darüber hinaus.

Sie ist diejenige, die so weit über das bekannte und denkbare Repertoire für ihr Instrument hinausgeht, dass man nach einem Konzertabend das Gefühl hat, aus einem tiefen Schlaf erwacht zu sein. Albach verbindet die Elemente ihrer Interpretationen wie eine Seglerin das Wasser und den Wind auf hoher See: Da ist die Spontaneität und das beschwingte, befreite Spiel der Alten Musik und gleichzeitig die Sehnsucht nach Freiheit und das planvoll Avantgardistische, das Revolutionäre der Neuen Musik. Dafür jedoch musste die 28-Jährige zu ihrem Instrument erst wieder zurückfinden:

„Es war, als ich in die Schule kam“, erinnert sich Albach im Gespräch, „niemand kannte dieses Instrument, das ich spielte, und ich war damit sehr allein.“

 

Wochenlang redete sie auf ihre Eltern ein, nicht mehr Cembalo, sondern Klavier lernen zu dürfen – und hatte Erfolg. Ihre Familie war in der „Alte Musik“- Szene stark vernetzt, beide Eltern in Orchestern, der Vater Kirchenmusiker. Dass es sie nach Jahren des Klavierunterrichts wieder dorthin zurück zog, hatte jedoch nicht allein mit der alten Vertrautheit zu tun:

„Ich habe irgendwann die Möglichkeiten schätzen gelernt, die ich mit dem Cembalo habe. Mit dem Klavier ist man meist allein, man spielt fast immer als Solist. Aber ich wollte mit anderen zusammen spielen.“

Die alten Wurzeln wurden so gleichzeitig zu ihren neuen: In ihrer Kunst changiert Elina Albach zwischen den Regeln, Grenzen und Konzepten, „ich gehe immer vom Inhalt aus, von der Geschichte“, sagt sie. Und attestiert der „Alten Musik“ damit eine ungeahnte Wandelbarkeit.

Text: Hannah Schmidt

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